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Funde und Entdeckungen am alten Dom St. Johannis

Zahlreiche Funde geben Auskunft über die einst reichhaltige Innenausstattung der Kirche

In den Jahren seit 2013 sind viele spektakuläre Funde in der St. Johanniskirche  - dem Alten Dom gemacht worden. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen immer wieder neue Fundstücke vorstellen. Auch, um zu dokumentieren, wie komplex und vielschichtig die Untersuchungen in der ältesten Mainzer Kirche sind. Je nachdem wie sich neue Erkenntnisse ergeben, werden sie aufgenommen und dargestellt. Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung steht für die meisten dieser Fundstücke noch aus. Sollten die ersten Ergebnisse vorliegen, werden entsprechende Hinweise bzw. Literaturempfehlungen aufgenommen.

Verweis auf Glaube, Hoffnung, Liebe - Rosenkranz aus dem 16. Jahrhundert

Beim Freilegen eines barocken oder renaissancezeitlichen Grabes im Nordquerarm der St. Johanniskirche ließ sich ein fast vollständiger Rosenkranz aus Holz in situ nachweisen. Im Einzelnen konnten sechs größere Rosenkranz- bzw. Paternosterperlen mit einen Durchmesser von ca. 1,0 cm und mindestens 50 kleine Perlen bzw. Ave-Perlen mit einem Durchmesser von ca. 0,8 cm geborgen werden.

Womöglich bestand der Rosenkranz ursprünglich aus fünf Gesätzen zu zehn kleineren Perlen, unterbrochen durch je eine etwas größere Perle. Ein derartig gegliederter Aufbau ist seit dem 16. Jahrhundert die klassische Form des Rosenkranzes. Der Rosenkranz erfuhr nach dem Konzil von Trient (1545/63) besondere Beliebtheit. Papst Pius V. versuchte das Reformwerk des Konzils umzusetzen und konnte im Jahr 1569 die noch bis heute gebräuchliche Gebetsweise des Rosenkranz offiziell festlegen.

Den Abschluss des Rosenkranzes aus dem Nordquerarm bildeten wahrscheinlich drei kleine Perlen, welche für die Bitten um die christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe stehen (vgl. 1. Korinther 13,13) sowie ein Kreuz aus drei Teilen, alles aus Holz (Abb. 1). Der genaue Aufbau des Rosenkranzes lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, da die Schnur für die Perlen fehlte und die archäologische Befundsituation keine genaueren Rückschlüsse zuließ.

Gebetsketten und Rosenkränze bzw. auch vereinzelte Perlen konnten europaweit immer wieder archäologisch nachgewiesen werden. So sind neben Rosenkränzen aus Holz auch Rosenkränze aus Gagat, Bergkristall, Bernstein, Bein bzw. Knochen, Kernen bzw. Fruchtkernen, Bronze und Glas bekannt. In vereinzelten Fällen wurden Rosenkränze mit Perlen unterschiedlicher Materialien geborgen, so beispielsweise eine Rosenkranzkette (Ende 17. Jh./Anfang 18. Jh.) aus der Stadtkirche und Dreikönigskapelle Baden in der Schweiz, deren Vaterunser-Perlen aus Glas und die kleineren Ave-Maria-Perlen aus Knochen gefertigt sind. Nicht nur als Zeichen der Frömmigkeit sondern auch als Statussymbol eines eher privilegierten Personenkreises dienten die wertvollen und archäologisch selten nachgewiesenen Rosenkränze aus Bergkristall, Bernstein, Gagat und Glas. Im Gegensatz dazu sind die meisten archäologisch dokumentierten Rosenkränze sehr schlicht und aus Materialien wie Holz oder Knochen hergestellt. Ihr ursprünglicher Anteil unter den Grabbeigaben lag sicherlich noch viel höher, da zahlreiche dieser aus organischem Material gefertigten Devotionalien im Boden verrottet sind.

Im 16./17. Jh. war es in katholischen Gebieten gängiger Brauch, den Toten einen Rosenkranz bzw. eine Paternosterschnur mit ins Grab zu geben, so stellte 1631 der Jesuit Nikolaus Cusanus aus Kues an der Mosel in seinem Buch "Christliche Zucht Schul" die Frage "Soll man die Todten mit ihren Rosenkräntzen [...] begraben?" Er gibt darauf folgende Antwort: "Nein / sonder man soll sie den andern geben / damit sie denselben brauchen...."

Jonathan Burrows

Nasenquetscher war ein Fortschritt

Etwa 2m unter der heutigen Geländeoberfläche konnten außerhalb des Ostchores insgesamt 184 Buntmetallfunde aus einer Brandschicht geborgen werden. Darunter befinden sich u.a. kleine Schnallen, Ösen/Häkchen, kleine Ringe, Nadeln und ein Fingerhut. Zudem kamen mehrere Fragmente einer Brille zutage. Bei dem Brillenfund handelt es sich um eine Bügelbrille bzw. Federbrille aus Draht (2,76mm breit), möglicherweise Kupferdraht mit eingearbeiteter Nut zur Fixierung der Brillengläser. Die runden Brillengläser sind zum größten Teil erhalten und haben einen Durchmesser von 3,94cm. Zusätzlich fanden sich zwei Fragmente eines weiteren Brillengestells, womöglich die Rahmenteile eines gerahmten Monokels oder Einglases.

Brillen stammen ursprünglich aus Italien

Es wird allgemein angenommen, dass Brillen in Norditalien zum Ende des 13. Jahrhunderts erfunden wurden, möglicherweise um 1286 in der Nähe von Pisa. Der erste bildliche Nachweis einer Brille findet sich auf den Fresken im Kapitelsaal von San Niccolo in Treviso aus dem Jahr 1352. Dort stellte der italienische Maler Tommaso da Modena Kardinal Hugo von der Provence mit einer Nietbrille dar. Im 17./18. Jahrhundert wurden Brillengestelle aus Kupferdraht (Drahtbrillen bzw. Drahtklemmbrillen) populär. Sie konnten kostengünstig produziert werden, da die Fassung aus einem Stück Draht gebogen wurde. Das Problem der anfangs wackeligen Brillengläser wurde durch die Erfindung der Plattmühle um 1640 gelöst, die die Massenanfertigung der sogenannten „Nürnberger Drahtbrillen” (im Volksmund „Nasenquetscher“ genannt) ermöglichte.

"Nasenquetscher"

Mit der Plattmühle konnte der runde Draht flach gepresst und mit einer Nut versehen werden, worin die Gläser fest gehalten wurden. Diese Art der Drahtbrillen wurde nach 1700 durch reisende Händler in ganz Europa vertrieben. Der „Nasenquetscher“ aus der St. Johanniskirche kann anhand der Stratigraphie ins erste bzw. zweite Drittel des 18. Jahrhunderts datiert werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Brandschicht in direktem Zusammenhang zum Brand von 1767 steht, dem der Paradiesgang zwischen St. Johannis und Neuem Dom zum Opfer fiel. Brillen wurden bislang nur selten im archäologischen Fundgut nachgewiesen, in den meisten Fällen handelte es sich um Nietbrillen. Europaweit ist der archäologische Nachweis von Drahtbrillen nur sehr selten gelungen, so konnte z.B. auf dem ehemaligen Gelände des ersten katholischen Friedhofs in Berlin (St.-Hedwigs-Friedhof) eine Federbrille (18. Jh. /erste Hälfte 19. Jh.) mit Lederetui geborgen werden.

 Näselnde Stimme der Brillenträger galt als chic

Die sogenannten „Nasenquetscher“ hatten für den damaligen Träger den unangenehmen Nebeneffekt, die Stimme zu beeinträchtigen. So bemerkt Georg Christoph Lichtenberg im Jahre 1798, es habe „Leute gegeben, die diese im Dienst veränderte Sprache für schön gehalten haben, zumal wann sie sich nicht sowohl dem näselnden Klarinettenton, als vielmehr der vornehmen, halberstickten Schnupftabaksprache nähert, die das m fast wie b ausspricht.“

(Jonathan Burrows, IBD)

Farbreste an einem Stuckfragment einer mittelalterlichen Schrankenanlage gut erhalten

Im Zuge der aktuellen Grabungen in der Mainzer Johanniskirche konnte jüngst ein mittelalterliches Stuckgipsfragment mit bauzeitlichen Farbresten im Westchor geborgen werden. Trotz der feuchten, über Jahrhunderte andauernden Lagerung in der Auffüllung des Kircheninnenraumes ist der Gipsstuck mit Resten einer polychromen Fassung sehr gut erhalten geblieben. Die Anzahl erhaltener, archäologisch geborgener mittelalterlicher Stuckarbeiten und hier im Besonderen mit erhaltener ursprünglicher Farbfassung ist aufgrund des feuchtsensiblen Materials Gips äußerst gering. Schon allein aus diesem Grund ist der Fund in der Johanniskirche von besonderer Bedeutung für die Archäologie und Kunstgeschichte.

Das gefundene Fragment ist 28 cm breit, 20 cm hoch und 24 cm tief. Auf der Rückseite lassen sich noch die Abdrücke von gelbbraunen Sandsteinen nachweisen. Akanthusblätter mit gekerbten und teilweise eingerollten Lappen tragen eine ca. 4,5 cm starke Platte.

Arbeiten wurden vor Ort im feuchten Gips ausgeführt

Die Herstellungstechnik der Stuckmodellierungen lässt sich an diesem Fundstück noch besonders gut nachvollziehen: Der Gips wurde zunächst in mehreren Lagen mit einer Kelle angeworfen. Nach dem ersten Abbinden des Gipses wurde die Oberfläche mit Ziehklingen abgezogen, geebnet und profiliert. Die plastischen Blattornamente wurden dann mit Stuckeisen nachmodelliert, die Vertiefungen mit Zieheisen und -klingen herausgeschnitten. Die Werkzeugspuren dieser Bearbeitung des Stuckgipses in noch feuchtem Zustand sind teilweise noch gut sichtbar erhalten.

Auf der Oberfläche sind unterschiedliche Farbspuren erkennbar, die Rückschlüsse auf die ursprüngliche Vielfarbigkeit zulassen. Die Akanthusblätter wurden zunächst in einem gelbroten bzw. gelben Farbton unterlegt und nachfolgend abwechselnd in einem intensiven Rot und Grün farblich abgesetzt. Die Rücklagen wurden anschließend zur Verstärkung der Plastizität tiefschwarz farblich ausgelegt. Deutlich erkennbar sind noch die Spuren des verwendeten Pinsels. Die Platte wurde auf der Stirnfläche in einem rotgelben (orange) Kolorit besonders kräftig hervorgehoben.

Das Stuckfragment könnte dem Fundort entsprechend zu einer mittelalterlichen Abschrankung gehört haben die den westlichen Teil der Kirche vom Kirchenschiff abtrennte. Als Teil eines farbig gestalteten Gesimsfrieses dürfte dieses dabei die Schauseite einer Schrankenanlage geschmückt haben. Möglicherweise befanden sich über dem Fries Nischen mit stuckierten Figuren. Eine ähnliche Gestaltung mittelalterlicher Stuckplastik mit starkfarbiger Fassung lässt sich an erhaltenen Vergleichsbeispielen belegen.

Parallelen in Hildesheim und Halberstadt

Die ersten bereits durchgeführten material- und fassungstechnologischen Untersuchungen, aber auch die formalen Vergleiche lassen deutliche Parallelen zu den bis heute erhaltenen Schrankenanlagen von St. Michael in Hildesheim und der Liebfrauenkirche in Halberstadt erkennen.

Auch die jüngsten spätromanischen Chorschrankenfunde von 2014 in der Kirche in Eilenstedt lassen sich möglicherweise denen in der Johanniskirche gegenüberstellen.

Die genannten Schrankenanlagen lassen sich zeitlich in das letzte Viertel des 12. Jh. oder das frühe 13. Jh. datieren, so dass man wohl auch das Stuckfragment in der Johanniskirche dieser Zeitstellung zuordnen darf. In eindrucksvoller Weise belegt dieser Fund die hervorgehobene Bedeutung, die diesem Sakralbau auch nach dem Ende seiner liturgischen Nutzung als Bischofskirche zugekommen war. Darüber hinaus zeigt dieser Fund, dass stuckverzierte Chorschranken offensichtlich auch außerhalb des Harzraumes Verbreitung fanden.

Fragmente einer medizinisch-alchemistischen Destillationsapparatur

Fund des Monats
Im Nordquerarm der St. Johanniskirche konnten in Schichten knapp oberhalb eines gotischen Fußbodens größere Mengen Glas geborgen werden. Darunter fanden sich überraschenderweise Fragmente von fünf gläsernen Gefäßen (Abb. 1) für alchemistische Destilliervorgänge: zwei Destillierhelme (Alembiks), zwei Auffanggefäße (Vorlagen) und ein Kolben (Cucurbita).

Der gläserne Kolben diente als Gefäß für die zu destillierende Flüssigkeit und wurde innerhalb des Ofens platziert. Erfreulicherweise konnten an dem geborgenen Fragment Faserreste nachgewiesen werden, die von einem Gemisch aus Lehm, Leim und Fasern stammen, mit dem der Kolben zum Schutz vor der Hitze des Feuers umhüllt worden war. Auf dem Kolben saß ursprünglich ein Destillierhelm. Bislang sind ein Alembik mit Knauf und ein Alembik mit sehr feinem Schnabel nachgewiesen, vermutlich für Wasserdampfdestillation. Unterhalb des Destillierhelms wurde die Vorlage angebracht, um das Destillat aufzufangen. Auf diese Funktion verweisen der Hals bzw. die weit ausbiegende Lippe der Fragmente aus St. Johannis.

Unter den bislang 1000 geborgenen Glasscherben finden sich mindestens 29 fragmentarisch erhaltene Flaschen, die als Bestandteile eines Laboratoriums gesehen werden können. Die Flaschen dienten nicht nur zum Aufbewahren von flüssigen Substanzen, sondern auch zum Destillieren und Experimentieren.

Europaweit sind solche Entdeckungen sehr selten, wenn auch Destillationsapparaturen im kirchlichen Kontext nicht ungewöhnlich sind. Im Franziskanerkloster in Wittenberg konnte der wohl größte Fund einer alchemistischen Werkstatt nachgewiesen werden, mit u.a. 23 Kolben. Eine weitere Überraschung stellt die Entdeckung eines fast vollständigen Inventars eines Alchemistenlaboratoriums des 16. Jahrhunderts im Nebenraum der Kapelle von Schloss Oberstockstall (Niederösterreich) dar. Neben Glas wurde u.a. ein Trichterbecher aus Steinzeug gefunden, der vermutlich zum Transportieren von Quecksilber diente. Interessanterweise konnten im Nordquerarm der Johanniskirche zahlreiche Scherben sehr feinen Siegburger Steinzeugs geborgen werden (Abb. 1), die vielleicht von Auffanggefäßen stammten, denn in zeitgenössischen Quellen wird diese Nutzung explizit geraten.

Da die gläsernen Geräte aus St. Johannis keinerlei sichtbare chemische Rückstände aufweisen, ist wohl mit der Gewinnung von Pflanzen- und Kräuterextrakten oder der Herstellung von Alkohol zu rechnen

Filigrane mittelalterliche Fingerhüte

Fund des Monats Februar
Aus dem Westchor der Kirche St. Johannis in Mainz konnten zwei vollständig erhaltene Fingerhüte aus Buntmetall geborgen werden, der links abgebildete noch in seiner ursprünglichen Form erhalten, der rechte zerdrückt. Diese Fingerhüte sind sicher mittelalterlich zu datieren, wohl in das 13./14. Jahrhundert. Sie sind etwa 1,3 cm hoch. Ihre Mulden sind unterschiedlich angeordnet: während der eine 13 horizontale Punktreihen aufweist, hat der andere 21 vertikale Reihen. Möglicherweise stammen diese Fingerhüte aus Köln oder Nürnberg, beide Städte waren im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit Hochburgen des Fingerhuthandwerks, 1537 erhielten die Nürnberger Fingerhuter (Fingerhutmacher) sogar eine eigene Zunftordnung.

Jonathan Burrows (IBD)

Halbkapitell aus der Romanik im gotischen Chor

Einen weiteren Fund in der Johanniskirche brachten nun die jüngsten Forschungen im Westchor der Kirche zutage. Ein in die Südmauer des Westchores vermauertes Fragment eines romanischen Halbkapitells. Dr. Guido Faccani, Wissenschaftlicher Forschungsleiter an St. Johannis, schätzt dessen Entstehungszeit ins 12. Jahrhundert. Im Zuge der gotischen Veränderungen hat dieses Bauelement dann einen neuen Platz als Mauerstein gefunden. Ob dieses Halbkapitell bereits zur Ausstattung der Kirche gehört hat oder von einem anderen Bauwerk nach St. Johannis verbracht worden ist, kann im Moment noch nicht gesagt werden. 

Halbkapitell im Westchor

Gotische Sockel im Westchor wieder freigelegt

Nach der Tieferlegung des Fußbodenniveaus im Bereich des Westchores kamen auch wieder die Sockel der gotischen Bündelpfeiler zutage, die das um die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts entstandene Kreuzrippengewölbe des Westchores tragen. Durch die Freilegung konnte auch die einstige Chorbank der Stiftsherren wieder sichtbar gemacht werden.  

Römische Spolienfunde in den Mauern von St. Johannis

In vielen Bereichen der St. Johanniskirche konnten Grabplatten oder - Inschriftentafeln gefunden werden, die bei Arbeiten als Baumaterial verwandt wurden. Bei diesen aus einem anderen Zusammenhang stammenden und in einem neuen Bauwerk aufgenommenen Steinen spricht man von Spolien.

Sarkophag im Außenbereich beim Westchor

Bei den ersten Sondierungen im Außenbereich von St. Johannis wurde dieser steinerne Sarkophag im Bereich eines ehemaligen Friedhofs freigelegt. Die zeitliche Datierung ist jedoch noch unklar. Interessant ist der Fundort an der Südseite des Westchores.

Eingang unter den Westchor vermutlich Zugang zur Krypta

Im Rahmen der Freilegung des Kellers unter der ehemaligen Sakristei konnte in ungefähr drei Meter Tiefe ein Türsturz freigelegt werden, der mit großer Wahrscheinlichkeit den Eingang zur vorgotischen Krypta überragte. Ein ungefähr noch ein Meter langer Gang wird durch das Fundament des gotischen Vierungspfeilers gekappt. Im Westchor werden z. Zt. weitere Bodenuntersuchungen durchgeführt, die über die Form und Größe der Krypta Auskunft geben sollen.

Altarornament aus St. Johannis

Altarornament aus der Kirche St. Maria Geburt und St. Mauritius in Altenbamberg. Zu sehen sind die Stiftertafel und das Stifterwappen eines ehemaligen St. Viktoraltars. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt die Platte aus St. Johannis. Vermutlich wurden sie im Rahmen der Sakularisierung von St. Johannis abgenommen und später an die Gemeinde in Altenbamberg verkauft.

Heute in Altenbamberg bei Bad Kreuznach

Die Stiftertafel befindet sich heute in Altenbamberg und ist dort in der Südwestecke hinter der Orgel angebracht.
Die Inschrift lautet in deutscher Übersetzung: "Zu Ehren Gottes des Gnädigsten und Erhabenen. Dem Hl. Victor und seinen Martyriumsgefährten ließ diesen Altar anfertigen der Simon Hemarus von Cappel. Kapitularkanoniker der Ritterstifte von St. Alban bei Mainz und St. Ferrutius in Bleidenstadt (bei Wiesbaden), sowie der angesehenenen Kollegienkirche St. Victor im Jahre 1695."

Farbenfrohe Fußbodenfliesen aus gotischer Zeit

Nach der Freilegung des Bodenniveaus aus der Zeit der Gotik, kamen neben einer Vielzahl von Fliesenabdrücken auch originale Teile des einstmals gotischen Bodens zutage. Sie geben einen Eindruck, wie changierend sich die farbigen Fliesen im Lichte der wohlmöglichen bunten Glasfenster präsentierten. Fundort: Südostecke des Mittelschiffs.

Einzelfunde

Grabsteinfragment aus dem 5. Jh.

Von außerordentlicher Qualität ist dieses Fragment eines wohl spätantiken christlichen Grabsteins. Im unteren Bereich des Fragments haben sich meisterhaft gefertigte Weinrankenmotive erhalten. Die Inschriftenfragmente im oberen Bereichauf weisen vermutlich auf ein Christusmonogramm hin. Das Fragment hat eine Größe von ungefähr 45 auf 30 Zentimeter und ist in der Vierung der Kirche im Bauschutt gefunden worden.

Chorschrankenelement 9./10. Jh.

Fragmente einer Chorschrankenplatte. Gefunden im Westchor der Kirche. Die Chorschranke wurde steinmetzmäßig hochwertig gearbeitet. Bereits 1906 konnte dieser Teil der Platte bei Grabungen gesichert werden.

Über 100 Jahre später wurde im Rahmen der jüngsten Ausgrabungen ein weiteres Teil gefunden, das exakt in das bereits vohandene passt. Im Landesmuseum Mainz ist eine Rekonstruktion dieser Chorschrankenplatte ausgestellt, der die beiden gefundenen Elemente enthält.

Rekonstruktionsversuch der gesamten Chorschranke
Im Jahr 2015 wurde durch das Restaurierungsbüro eine Rekonstruktionszeichnung der Chorscrhanke angelegt, die auch die vorhandenen Farbreste mit berücksichtigt. (Gezeichnet von Thomas Lutgen, Mai 2015).

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